Die verlorene Stadt der Tairona
20.04.2008
(under construction...)
bin jetzt in kolumbien und hab mich fuer ne 6taegige dschungeltour zu ner alten ruine eingeschrieben, wollte ma bisschen was fuer meine kulturelle bildung tun :P ich hatte ja keine ahnung was mich da erwartet...
es ist gerade semana santa, und alle kolumbianer haben urlaub, der veranstalter war hoffnungslos ueberbucht, wir waren so 20 leute in der gruppe. in kurzer zeit ist das absolute chaos ausgebrochen, die guides haben
den ueberblick verloren und man konnte machen was man wollte. zuerst gings in nem kleinen, hoffnugslos ueberfuellten jeep (mit 2 leuten auf dem dach) 3 stunden lang auf etwas das man nur mit viel fantasie als
strasse bezeichnen kann in den regenwald. kaum sind wir in nem kleinen dorf angekommen gabs n paar sandwiches, die mulis wurden bepackt und dann gings los.am ersten tag wars noch relativ unspektakulaer, der wald war nicht so dicht und man hat ab und zu noch ein verlorenes haus rumstehen sehen. der weg war nicht ueberordentlich schwer, aber das klima hat alle fertiggemacht, sowas hab ich noch nie erlebt. heiss und feucht, dazu noch ein knackiger anstieg und der schweiss ist im 3-sekundentakt von der nasenspitze getropft. kurz spaeter hats angefangen zu regnen und mein ganzes zeugs wurd nie wieder trocken. nach 3 1/2 stunden sind wir aber schon im camp angekommen. das lag an einem dieser unglaublichen fluesse, kalt, klar, umgeben von tonnenweise pflanzenzeug und lianen die ins wasser haengen... natuerlich mit nem felsen daneben wo man sich ins erfrischende nass stuerzen kann
(da gabs auch diese witzigen kleinen fische, die kleine hautfutzelchen von den kaputtgelaufenen fuessen zupfen :D)saugemuetliche haengematten hatten wir, leider gings um 6 uhr schon wieder weiter. am 2. tag gings dann in den richtigen unberuehrten regenwald. noch mehr luftfeuchte, noch mehr regen. wir haben uns vonder gruppe getrennt und sind zu dritt vorausgelaufen, die guides konnten nix dagegen machen, waren total planlos. auf einmal kamen wir in einem dorf von den kogi-indianern an, die waren voll misstrauisch weil wir alleine waren, aber nachdem wir uns vorgestellt hatten und hoeflich gefragt haben ob wir eintreten duerfen war allesin ordnung
ueberall koka-straeucher an denen man sich bedienen durfte, paar schweine und huetten und diese tiefschwrzen augen die jeden schritt verfolgen. komishce situation, das ist ne vollkommen andere welt. in dem dorf leben 20 menschen, ein maedchen dort war 16 mit nem 1 jaehrigen kind auf dem ruecken. alle in diesen weissen leinen...paar kokablaetter gegen die erschoepfung in den mund gestopft und weiter...als wir im 2. camp angekommen sind hats aufgehoert zu regnen, ud hier war ein noch viel beeindruckenderer fluss. das ht mich voll umgehaun, da sitzt man mit paar anderen leuten die man vor 2 tagen kennengelernt hat mitten im kolumbianischen dschungel auf nem felsen in nem reissenden fluss, total stoned, ueberall dieser unbeschreibliche ueberfluss an natur, ab und zu sieht man nen kogi-indianer zwischen baeume durchschluepfen. war noch ne deutsche in der gruppe, die hat sich dann voll sorgen gemacht weil das ein gelbfiebergebiet ist und sie glaubte als einzige keine impfung zu haben.
naja, ich auch nicht
da ist mir erst aufgefallen dass es eigentlich scheissgefaehrlich ist.hat angefangen zu regnen.3. tag: 6 uhr gehts los. es regnet. langsam hat es angefangen wirklich an den nerven zu ziehen, wenn man andauernd nass ist. wir kamen auch langsam in etwas hoehere lagen und es wurde unangenehm kalt. am abend zuvor ging ne ziemlich heftige story durch die reihen. ungefaehr 4-5 tage vor uns ist auch ne gruppe gestartet, und als sie grade ganz oben bei der ruine waren hat ein australier beschlossen, mitten in der nacht um 2 uhr auf eigene faust zurueck zu gehen, ohne irgendwem was zu sagen. am nachsten tag war er einfach nicht mehr da. da gabs ne riesen suchaktion. ich schaetze er hats einfach nicht mehr ausgehalten, den regen die kaelte, viel zeit und immer die gleichen leute auf relativ wenig raum. als wir grade losgegangen sind, kam uns ein guiide mit dem typen im schlepptau entgegen. zerrissene kleidung, blutverschmiert, blass und dschungelpanik in den augen. der hat sich verlaufen gehabt und ist glaub 2 tage udn naechte alleine durch den wald gesteuert...auf der letzten etappe mussten wir noch achtmal nen fluss ueberqueren. teilweise so tief, dass man den rucksack auf dem kopf nehmen musste. relativ egal, waren ja eh schon patschnass :Pdann gings 1200 stufen hinauf zur stadt, war ne unglaubliche atmosphaere, ueberall diese nebelschwaden, die durch diese ruine ziehen...
hier sind wir 2 naechte geblieben, viel zeit, viel regen.mein guide faengt dann an ne geschichte zu erzaehlen. 2003 wurden naemlich genau hier in dieser huette ein paar touristen von der guerilla entfuehrt und ueber 100 tage festgehalten. ziemlich spooky, ist ja nicht so lange her und der guide war der gleiche!! konnte seine fesseln loesen und hat sich 3 tage mit dem koch durchs unterholz zurueck durchgeschlagen.am nachsten abend sitzen wir total kaputt am tisch und spielen bisschen karten, da kommt auf einmal ne gruppe soldaten rein, bis an die zaehne
bewaffnet. alles halb so wild, diese kolumbianischen dschungelsoldaten sind voll korrekt. haben sich ein paar kippen und n abendessen geschnorrt und sich zu uns gesetzt...
) witzige typen, nur haben sie sich nicht so um
ihre waffen gekuemmert, die lagen dann einfach so im camp rum. sachen gibts...der rueckweg war heftig. das war der einzige tag der wirklich bisschen anstrengend war. wir waren schon 4 tage jeden tag unterwegs, und da sind wir
7 stunden gelaufen. hier gabs auch die meisten verletzungen, verstauchte knoechel, ausgerenkte schultern etc.als wir im camp angekommen sind ging das geruecht um, dass es hier in der naehe ne kokainfabrik geben soll. hehe ja klar dacht ich mir, aber das war kein scheiss. fuerchterlich geheimnisvoll haben alle getan und fuer 20000 peso p.p., das sind etwa 9 dollar, wurden wir in ner kleinen gruppe zu diesem alten grinsenden typen gebracht, der uns weiter in den wald fuehrte. diese "fabrik" ist in wirklichkeit n regenschutz, 2 tische und paar kanister. der "maestro de coca" hat erzehlt, dass sein altes labor, bisschen groesser, von irgendwem abgebrannt wurde. aber das hatecht funktioniert. der hat die herstellung von blaettern bis zur 90% coca-paste durchgezogen! hat mit chemikalien rumhantiert, jeden dran riechen lassen und alles erklaert als waers das normalste der welt. noch so ne situation wo ich mir dachte wo bin ich hier....witzig war auch die story wie er dazu gekommen ist. irgendein kokainboss aus dem amazonas hat nen guerrillero umgelegt, weil er mit seiner frau geschlafen hat. folglich hatte dieses bemitleidenswerte geschoepf die halbe guerrilla am arsch und musste abhauen. dieser bauer aus der sierra nevada hier hat ihm unterschlupf zur verfuegung gestellt und so haben sie sich kennengelernt...
Posted by macondo 15:02 Archived in Backpacking | Colombia Comments (0)